Dresdner SC – BSV Sebnitz 3:1 (2:0)

Tore: 1:0 Hänisch (21.), 2:0 Thomas (26.), 2:1 Thamm (48.), 3:1 Wutschke (77.)
Dresdner SC: Schouppe – Hoffstadt, Wutschke, Hönle – Nguyen, Müller, Hänisch, Sieradzki (55. Nodewald) – Al Akied (80. Milic), Thomas, Wetzel (88. Rösner)
BSV Sebnitz:
Oppitz – P. Henke, Rummler, Thamm, J. Henke (85. Hille) – Krause, Zirkel, Torlee, N. Feyer (46. Haci, 85. E. Feyer), Hamel – Kunze
ZuschauerInnen: 163 (Heinz-Steyer-Stadion)
Bericht:
Knapp über 160 ZuschauerInnen verfolgten in gebotenem Abstand, wie die Wege-Elf den zuvor beschworenen Erstrundenfluch bannte. Dabei stand der Sportclub in den 10er Jahren bereits in der Saison 2013/14 nach Freilos in der zweiten Runde, zog aber gegen den Bornaer SV mit 1:2 den Kürzeren. Wer hier argumentiert, dass es sich rein technisch um ein Erstrundenaus handele, dem sei gesagt: Nach einem 5:1 gegen den Kreispokalsieger Kreinitz erreichte der Sportclub auch 2016/17 die zweite Runde, wobei allerdings nicht ein Akteur der heutigen Startaufstellung mitwirkte.

Beim damaligen 5:1 gegen den Kreispokalsieger trafen Brunold, Deutschmann, Waltschew, Gröblehner und Hofmann. Das Tor hütete ein gewisser Stefan Horn, dem auf diesem Weg Gute Besserung gewünscht sei. In der nächsten Runde hieß es dann aber Endstation Ontex-Stadion. In der Verlängerung unterlag der DSC dem SV Oberland Spree, trotz eines Dreierpack von Daniel Pfitzner. Aber: In der Saison 2012/13 erreichte der Sportclub sensationell die 3. Runde nach Siegen über GroPoKi, den FV Dresden 06 (5:4 nach Elfmeter) und einem 3:1 gegen den Königswarthaer SV.

Die Jüngeren unter den LeserInnen seien daran erinnert, dass der Sportclub in den 90er Jahren sogar zweimal das Pokalfinale erreichte. 1992 unterlagen die Rot-Schwarzen dem FC Sachsen Leipzig im Kunze-Sportpark mit 2:0. Im DFB-Pokal hätte St. Pauli gewartet… Und im Jahr 1997 verlor der DSC gegen den Chemnitzer FC im Stadion an der Gellertstraße mit 3:0. (Chemnitz durfte als Belohnung gegen den Sportclub aus Karlsruhe ran.) Das 3:0 der Finalpartie erzielte ein gewisser Michael Ballack. (Für die Jüngeren: MB13 spielte unter anderem für die Bayern, Chelsea und Bayer Leverkusen.) Funfact: Im Halbfinale hatte der DSC den FC Erzgebirge Aue im Steyer-Stadion im Elfmeterschießen mit 7:6 geschlagen. Andreas Michael hielt dabei den ersten Elfmeter von Mike Sadlo. Während Michael zufrieden abdrehte, kullerte der Ball dank Drall trotzdem ins Tor. Damals wurde der Schuss aber als gehalten gewertet. Insider wissen: Der DFB änderte daraufhin die Regeln. Sportclub wirkt!

Die Partie gegen den Ligakonkurrenten BSV 68 Sebnitz sollte unter richtigen Wettbewerbsbedingungen als echte Standortbestimmung herhalten. Gegen robust agierenden 68er begann der DSC verhalten. Die gute Nachricht: Die Wege-Elf hat das Motto gut spielen und trotzdem verlieren eingetauscht, gegen schlecht spielen und gewinnen. Faustpfand ist eine geradezu herausragende Chancenverwertung und ein im 1:1 schier unbesiegbarer Ralisson Schouppe.

Während die Gäste also ihre ersten beiden Hochkaräter verschwenderisch liegen ließen, packte der Sportclub eiskalt zu. Zu nennen ist hier vor allem der eigentlich überragende Robert Thomas. Vor Spielfreude strahlend tänzelte der gelernte Torwart durch die Reihen der Gäste und lupfte sehenswert auf den Mann der Partie: Pascal Hänisch. Mit seinem dritten Pflichtspieltor im vierten Pflichtspiel brachte der blonde Jüngling den Sportclub abgezockt in Führung.

Es vergehen nur wenige Minuten, ehe die 98er erneut zuschlagen. Wieder ist es Pascal Hänisch, der mit gutem Auge einen öffnenden Pass auf den mutig nach vorn stürmenden Capitano Timo Hoffstadt passt. Selbiger fasst sich ein Herz und sucht den Abschluss aus der Distanz. Ein verwegener Verteidiger der neonblauen Gäste wirft sich verzweifelt in die Schussbahn und die Kugel prallt zu Robert Thomas, der frei vor Hüter Oppitz untypisch gekonnt ins lange Eck vollendet.

Der Sportclub spielt nun von der Euphorie beseelt auf das dritte Tor und treibt den Ball und damit das Spiel nach vorne und in des Gegners Hälfte. Etwaige Fahrlässigkeiten können die Gäste zum Glück nicht bestrafen. Etwas mehr Geduld beim Verwalten der Führung sei hier angemahnt, um längere Ballbesitzphasen am Ende in Zählbares ummünzen zu können. Lediglich noch ein einziges Mal kombinierten sich die Hausherren in der Ersten Halbzeit über den rechten Flügel in des Gegners Hälfte und ernten anerkennenden Beifall seitens des fachkundigen Publikums, obwohl die Hereingabe scheitert. „So sieht Fußball aus!“ (O-Ton)

Im zweiten Durchgang begannen die Wege-Mannen erneut zu zögerlich und bekommen gleich in der 48. Minute nach einer Standartsituation den Anschlusstreffer ein gestochert. Die mit viel Schwung aus der Pause gekommenen 68er wittern Morgenluft, können ihre Feldüberlegenheit aber kaum in Chancen ummünzen. Aus dem Spiel heraus steht die Sportclub-Defensive sattelfest. Erst nachdem der DSC wieder für ausgeglichene Ballbesitzverhältnisse gesorgt hat, kommen die Gäste in der 64. Minute zur großen Chance auf den Ausgleich. Der Schuss landet allerdings am Innenpfosten und kann schließlich geklärt werden.

Doch auch der Sportclub findet wieder neuen Mut. Die größte Chance für Mohnrot hatte zunächst Man of the Match Hänisch, dessen Schuss allerdings knapp am Winkel vorbei segelt. Statt auf gefällige Kombinationen verlässt sich der DSC zunehmend auf die Überlegenheit im 1:1-Spiel. Sowohl Hänisch als auch der mit fairen Mitteln nicht zu stoppende „Adibo“ Al Akied holen den einen oder anderen Freistoß heraus. Einen dieser Standards verwandelt „Wutsch“ schließlich zum 3:1 und sorgt damit für die Vorentscheidung.

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